Katamaran oder Monohull – Wie du den Bootstyp findest, der zu dir passt

Aline Pfann-Kregel • 28. Januar 2026

Zwei Bootstypen, viele Meinungen – und am Ende nur eine entscheidende Frage: Was passt zu eurer Art, Urlaub auf dem Wasser zu machen?

Ki-generiertes Foto einer Segelyacht und eines Katamarans vor Anker

Wer sich zum ersten Mal mit Yachtcharter beschäftigt, stößt sehr schnell auf diese Frage:
Katamaran oder klassische Segelyacht?

Aber wie findest du den nun den richtigen Bootstyp, für dich und deine Crew.

Oft wird sie emotional diskutiert – Komfort gegen Segelgefühl, Platz gegen Tradition. Doch genau hier entsteht Unsicherheit. Denn die richtige Entscheidung hat weniger mit richtig oder falsch zu tun, sondern viel mehr mit euren Erwartungen, eurer Crew und eurer Vorstellung vom perfekten Segelurlaub.

Dieser Artikel hilft euch, klarer zu entscheiden, ohne euch in technischen Details zu verlieren.


Zwei Bootstypen – zwei unterschiedliche Erlebnisse

Der Unterschied zwischen Katamaran und Monohull beginnt nicht erst an Bord, sondern bei der grundsätzlichen Art, wie man sich auf dem Wasser bewegt.

Ein Katamaran liegt mit zwei Rümpfen stabil im Wasser. Das schafft viel Fläche, Raum und Ruhe.
Eine
klassische Segelyacht (Monohull) hat einen Rumpf mit Kiel – sie reagiert direkter auf Wind und Welle und vermittelt ein sehr ursprüngliches Segelgefühl.

Beides ist reizvoll. Aber nicht für jede Crew gleich.


Komfort & Platz: Was bedeutet das in der Praxis?

Viele Chartergäste verbinden den Katamaran zuerst mit einem Begriff: Komfort.

Und ja – der Platz an Bord ist spürbar größer. Breite Cockpits, großzügige Kabinen, viel Bewegungsfreiheit. Gerade für Familien oder Crews, die viel Zeit an Bord verbringen möchten, ist das ein starkes Argument. Auch vor Anker liegt ein Katamaran ruhig und nahezu ohne Krängung – ein Pluspunkt für alle, die sich auf dem Wasser erst orientieren müssen.

Eine klassische Segelyacht ist kompakter. Die Räume sind funktional, oft gemütlich, aber enger. Dafür entsteht ein stärkeres Gefühl von Nähe – zur Crew und zum Meer. Viele empfinden genau das als authentisch und entschleunigend.

Kurz gesagt:

  • Katamaran = Raum & Ruhe
  • Monohull = Nähe & Reduktion


Segelgefühl: Aktiv oder entspannt?

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Frage, wie aktiv ihr eigentlich segeln möchtet.

Auf einem Monohull spürt man Wind, Kursänderungen und Trimm sehr direkt. Das Boot arbeitet, reagiert, neigt sich – und genau das macht für viele den Reiz des Segelns aus. Wer gerne selbst Hand anlegt, Manöver bewusst fährt und das Segeln als Teil des Erlebnisses sieht, fühlt sich hier oft wohler.

Katamarane segeln ruhiger, flacher und entspannter. Sie verzeihen mehr, sind angenehm stabil und ermöglichen ein sehr gleichmäßiges Fahrgefühl. Das ist ideal für Crews, die das Segeln genießen möchten, ohne ständig aktiv eingreifen zu müssen.


Manöver, Häfen & Ankern – ein realistischer Blick

Im Alltag zeigt sich der Unterschied besonders bei Manövern und Liegeplätzen.

Katamarane sind breiter und brauchen mehr Raum im Hafen. Gleichzeitig lassen sie sich durch zwei Motoren sehr präzise steuern – ein Vorteil bei engen Manövern. Beim Ankern liegen sie stabil und mit wenig Bewegung.

Monohulls sind schmaler, passen leichter in klassische Liegeplätze und sind in vielen Häfen unkomplizierter. Beim Ankern bewegen sie sich mehr, was manche als Teil des maritimen Erlebnisses empfinden – andere als unruhig.


Revier & Route: Nicht jeder Bootstyp passt überall gleich gut

Auch das Revier spielt eine Rolle.

In Revieren mit vielen geschützten Buchten, kurzen Distanzen und ruhigem Wetter fühlen sich Katamarane besonders wohl. Der geringe Tiefgang ermöglicht Nähe zur Küste, der Komfort macht kurze Etappen angenehm.

In klassischen Segelrevieren mit längeren Schlägen, mehr Wind und sportlicherem Anspruch entfalten Monohulls ihre Stärken. Sie sind effizient am Wind und machen genau dort Freude, wo Segeln mehr ist als nur Fortbewegung.


Preis & Wert: eine ehrliche Einordnung

Katamarane liegen im Charterpreis oft höher als vergleichbare Segelyachten. Das hängt mit Größe, Ausstattung und Nachfrage zusammen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Monohull die „sparsame Lösung“ ist – sondern einfach eine andere.

Wichtig ist nicht der Preis allein, sondern der Wert für eure Erwartungen. Wer Platz und Stabilität sucht, empfindet den Katamaran als gerechtfertigt. Wer das Segeln selbst in den Mittelpunkt stellt, findet im Monohull oft mehr Erfüllung – unabhängig vom Budget.


Die entscheidenden Fragen vor eurer Wahl

Statt euch an Meinungen anderer zu orientieren, helfen diese Fragen weiter:

  • Möchten wir viel Zeit an Bord verbringen oder ist das Boot vor allem Transportmittel?
  • Reizt uns aktives Segeln oder eher entspanntes Dahingleiten?
  • Wie unterschiedlich sind die Bedürfnisse innerhalb unserer Crew?
  • Soll der Fokus auf Komfort, Segelgefühl oder einer Mischung aus beidem liegen?


Fazit: Es gibt keine bessere Wahl – nur die passendere

Katamaran oder Monohull ist keine Grundsatzentscheidung, sondern eine Frage der Erwartungen.

Der richtige Bootstyp ist der, der zu eurer Crew passt, eurem Revier gerecht wird und euch erlaubt, den Segelurlaub genau so zu erleben, wie ihr ihn euch vorstellt.


Und genau hier beginnt gute Beratung.