Warum der perfekte Urlaub nicht existiert

Aline Pfann-Kregel • 30. Juni 2026

Zwischen Hafen und Horizont
Gedanken über das Reisen, über Menschen und das Meer.
Kolumne #1

Vor einem Restaurant ankert ein Katamaran

Es gibt einen Wunsch, den wir seit über zwanzig Jahren immer wieder hören: „Es soll einfach der perfekte Urlaub werden." Und jedes Mal denken wir dasselbe. Vielleicht ist genau das das Problem.


Je genauer wir uns einen Urlaub im Kopf ausmalen, desto leichter übersehen wir das, was tatsächlich passiert. Vielleicht liegt genau darin der Zauber des Reisens. Dass nicht alles planbar ist. Dass manche Erinnerungen erst entstehen, weil etwas anders gekommen ist als gedacht.


Wir sehen das in der Beratung immer wieder: Crews, die mit einem festen Plan und hohen Erwartungen losfahren, kommen häufiger enttäuscht zurück als jene, die offen geblieben sind. Nicht weil ihr Törn schlechter war. Sondern weil er anders war als das Bild, das sie sich vorher gemacht hatten.


Gut, hier der komplette restliche Text in einem Stück, fertig zum Durchscrollen und Einfügen:


Was tatsächlich hängen bleibt

Fragt man Crews nach der Rückkehr, was am meisten in Erinnerung geblieben ist, kommt selten die Antwort: der perfekte Tag.

Der Hafen, der eigentlich nur eine Notlösung war, weil bei Starkwind kein anderer Liegeplatz mehr frei war — und der sich als der schönste der ganzen Reise entpuppte.

Der Außenborder des Dinghis, der genau dann seinen Dienst quittiert, wenn man eigentlich zum Strand übersetzen wollte — und der Nachmittag, der stattdessen an Bord verbracht wurde, mit Karten spielen und Musik.

Die spontane Einladung in eine kleine Konoba, weil der Wirt die Crew für Stammgäste hielt, obwohl sie nur eine Nacht blieben.

Delfine, die am letzten Tag neben dem Boot herziehen, als wollten sie sich verabschieden.

Das Restaurant, das geschlossen hatte — und der Abend, der stattdessen am Steg mit selbstgekochter Pasta endete und besser war als jeder reservierte Tisch.

Keiner dieser Momente war geplant. Keiner war perfekt im klassischen Sinn. Aber sie sind es, die bleiben.


Was an die Stelle der Perfektion tritt

Was einen Urlaub wirklich gelingen lässt, ist selten die Abwesenheit von Problemen. Es ist die Fähigkeit, mit dem umzugehen, was tatsächlich passiert.

Genau deshalb beraten wir auch nicht auf Perfektion hin. Wir beraten auf Passung hin — welches Revier, welches Boot, welcher Zeitraum zu dieser Crew passt. Das Wetter, die Unvorhersehbarkeiten, die kleinen Umwege bleiben trotzdem. Sie gehören dazu.



Vielleicht ist der perfekte Urlaub gar nicht der, der genau nach Plan verläuft. Sondern der, von dem man noch Jahre später erzählt.

Zwischen Hafen und Horizont erscheint regelmäßig im Blu Journal.

Planen Sie Ihren nächsten Törn? Wir begleiten Sie gerne persönlich bei der Auswahl des passenden Reviers und der richtigen Yacht.